3 wichtige Ungezieferarten – Terrasse Kräuter schützen!

3 wichtige Ungezieferarten - Wie Sie Ihre Terrasse & Kräuter schützen! ⇐
Kennen Sie das? Erst kürzlich ein neues Küchenkraut für die Küche gekauft, diese Kräuter auf der Terrasse platziert, und bereits wird das kleine Gewächs von Ungeziefer belagert. Wie ärgerlich! Hier erfahren Sie, welches Ungeziefer Kräuterpflanzen am häufigsten befällt, welche Kräuter besonders anfällig für Schädlinge sind und wie Sie die Ungezieferarten schnell wieder loswerden.

Allgemeine Maßnahmen zum Schutz von Kräutern

Bevor Sie die schweren Geschütze gegen das Ungeziefer auffahren, sollten Sie die allgemein wichtigen Regeln für gesunde Kräuter beachten.

Oft sind Schädlinge ein Zeichen dafür, dass es Ihrer Kräuterpflanze ganz allgemein schlecht geht. Die meisten Kräuter sind sonnenliebend und benötigen täglich mindestens sechs Stunden Sonnenlicht. Kräuterpflanzen mögen auch gut durchlässige Erde, die am besten mit etwas Bio-Kompost angereichert ist. Bei Messmöglichkeit sollte die Erde idealerweise einen pH-Wert von 6 bis 7 aufweisen.

Um erfolgreich gegen die Schädlinge vorzugehen, sind vorbeugende Maßnahmen gefragt. Wählen Sie eine geeignete Parzelle, fördern Sie Nützlinge und benutzen Sie ausschließlich Pflanzenbehandlungsmittel, die für den biologischen Anbau zugelassen sind.

Vergessen Sie nicht: Nur weil ein Insekt ein paar Löcher in ein Blatt frisst, entsteht für die Pflanze noch lange kein Schaden. Die meisten Pflanzen und Kräuter können schnell darauf reagieren, wenn sie angeknabbert werden und ihre Wunden in kurzer Zeit heilen.

Auch hier heißt es Vorbeugen! Die einfachste Art Schädlinge zu bekämpfen ist - erst gar keine zu bekommen! Dazu müssen die Pflanzen gestärkt werden - wie bspw. mit dem quasi pflanzlichen Universaldünger (Beinwell, Ackerschachtelhalm, Brennnessel).

Zudem gibt es verschiedene Pflanzen, die effektiv Käfer aus ihrem Radius fernhalten.

Schädlingsarten, die insbesondere Kräuter befallen

Obwohl die meisten unserer bekannten Küchen- und Heilkräuter robust gegen Pflanzenkrankheiten und Fressfeine sind, kommt es nicht selten vor, dass Ungeziefer die Blätter, die Blüte oder die Wurzel einer Kräuterpflanze befällt. Solche Schädlinge können entweder eine Vielzahl unterschiedlicher Kräuterpflanzen befallen oder sich auf einzelne Pflanzen oder Pflanzengattungen beschränken.

Zu den bekanntesten Ungezieferarten, die sich auf Kräuter spezialisiert haben, gehören der Rosmarinkäfer, Blattläuse und der Minzblattkäfer. Wie man diese Plagegeister erkennt und wie man diese Ungeziefer bekämpfen kann, sehen wir uns nun genauer an.

Rosmarinkäfer: Lavendel und Rosmarin

Der Rosmarinkäfer tritt in zahlreichen europäischen Ländern auf. Ursprünglich stammt der Schädling aus dem Mittelmeerraum, hat sich jedoch aus seinem ursprünglichen Verbreitungsgebiet schnell weiterverbreitet.

Die Größe des Rosmarinkäfers beträgt etwa 6 bis 8 mm. Er bevorzugt Blätter und Blüten des namengebenden Rosmarinstrauchs, kann aber auch gut und gerne dem Lavendel etwas abgewinnen.

Befällt der Rosmarinkäfer eine passende Wirtspflanze, frisst er die Blattspitzen ab. Letztere werden anschließend braun und sterben ab. Um den Rosmarinkäfer zu bekämpfen, bleibt keine andere Wahl, als ihn manuell von der Kräuterpflanze abzulesen.

Der Schädling hat keinen natürlichen Feind, der auf dem Markt zum Kauf verfügbar wäre. Insektizide, die den geltenden Standards für biologischen Anbau entsprechen, gibt es zurzeit keine.

Um den Rosmarinkäfer manuell zu bekämpfen, müssen Larven und ausgewachsene Käfer von der Pflanze entfernt werden. Idealerweise findet das Ablesen der Rosmarinkäfer am Ende der Sommermonate statt, noch bevor die Weibchen mit der Eiablage beginnen.

Sie können die Pflanze über einem ausgebreiteten Tuch sanft und gründlich ausschütteln. Die herunterfallenden Insekten können Sie anschließend einsammeln und deren Vermehrung so im Folgejahr einschränken.

Läuse: Kräuterbeet

Äußerst weit verbreitete Schädlinge sind die Blattläuse. Mit rund 650 heimischen Arten gehören Läuse zu den häufigsten Pflanzenschädlingen. Blattläuse sind äußerst winzig, mit dem freien Auge aber oft gut zu erkennen, da sie in einer solchen Überzahl auftreten. Je nach Art sind sie grün, rotbraun oder schwarzbraun gefärbt. Die kleinen Insekten kommen in großen Kolonien oder kleineren Gruppen auf ihren Wirtspflanzen vor. Sie sind wahre Allesfresser und siedeln sich auf den verschiedensten Pflanzenarten an.

Das Kräuterbeet und dabei insbesondere die empfindlichen Blätter und jungen Triebe von Kräuterpflanzen sind ideale Ziele für eine Attacke der Schädlinge. Läuse können großen Schaden verursachen. Im schlimmsten Fall kommt es zum kompletten Absterben der Kräuterpflanze. Läuse lassen sich jedoch einfach bekämpfen: Einerseits haben Blattläuse viele natürliche Fressfeinde.

Nützlinge wie die Larven von Marienkäfer, Ohrwürmer, Schlupfwespen oder auch die Larven von Florfliegen und Gallmücken können im Kräuterbeet dauerhaft angesiedelt werden.

Diese Insekten erweisen sich als sehr effizient bei der Bekämpfung der Schädlinge und verspeisen täglich eine große Anzahl der Läuse. Mit dieser Methode können Sie sich als Gärtner entspannt zurücklehnen und auf Pflanzenschutzmittel verzichten. Eine weitere Bekämpfungsmethode ist der Anbau von anderen abschreckenden Kräutern im Kräuterbeet.

Obwohl Läuse sehr gefräßig sind und oftmals viele Pflanzen gleichzeitig befallen, sind die Schädlinge wählerisch in Bezug auf ihren Speiseplan. Gewisse Kräuter mögen Läuse nicht. Dazu gehören Lavendel, Salbei, Bohnenkraut, Thymian, Knoblauch und Zwiebeln. Pflanzen Sie diese Sorten im Kräuterbeet an, vertreibt der Duft rasch die Läuse.

Als Alternative können Sie auch Knoblauchzehen anschneiden und mit der Schnittstelle nach oben in das Kräuterbeet stecken. Weitere Bekämpfungsmethoden sind das Besprühen der Kräuter mit etwas Seifenlösung, natürlichem Natron oder einer Brühe aus Knoblauch. Das Besprühen der Kräuter mit diesen Mitteln schadet weder der Pflanze noch der Umwelt und erweist sich auch bei starkem Befall von Läusen als effektives Mittel.

Minzblattkäfer: Minzpflanzen

Der Minzblattkäfer ist in den Monaten Mai bis September an allen Arten von Minzpflanzen zu finden. Sowohl die beliebte Ägyptische Minze als auch die Bergamotte Minze können von dem Schädling befallen werden.

Die Größe des Minzblattkäfers beträgt etwa 7 bis 9 mm. Charakteristisch sind die metallisch glänzenden Flügel, die in verschiedenen Blau-, Lila-, oder sogar Grüntönen gefärbt sein können.

Befallen Minzblattkäfer eine Minzpflanzen, so verputzen sie ganze Blätter oder fressen zumindest viele kleine Löcher in die Blätter der Pflanze. Meist treten mehrere Käfer gleichzeitig auf, sodass die Minzpflanzen oftmals stark geschädigt ist.

Den Minzblattkäfer zu bekämpfen erweist sich oftmals schwierig: Im Gegensatz zu Läusen sind aufgrund der Größe des Schädlings keine natürlichen Fressfeinde bekannt, welche bedenkenlos in der Nähe der Pflanze angesiedelt werden können. Auch von abschreckenden Pflanzen oder Kräutern zeigt sich der Minzblattkäfer unbeeindruckt.

Die effektivste Bekämpfungsmethode, um den Minzblattkäfer schnell loszuwerden, ist das Absammeln der Käfer und Larven. Da die Schädlinge ihre Flügel nur ungern benutzen, kann der Minzblattkäfer direkt von der Pflanze abgesammelt werden.

Ist die Minzpflanze bereits stark von dem Schädling befallen, so kann auch ein Rückschnitt des Gewächses die gewünschte Wirkung zeigen. Minzen vertragen kräftige Rückschnitte problemlos und wachsen meist umso schneller nach.

Vergessen Sie nicht, auch das Laub und die umliegende Erde zu entsorgen, um möglichst alle Schädlinge loszuwerden.

Minzblattkäfer sind auch Schädlinge

Eine andere ungefährliche biologische Bekämpfungsmaßnahme ist

A) das Besprühen mit pflanzlichen Dünger (dabei den Brennesseldünger oder Ackerschachtelhalm Sud 1:20 verdünnen! Dieser hat auch den Vorteil das man gleich eine Blattdüngung macht) und

B) das Besprühen der Minzpflanze mit etwas Seifenlauge. Die Minzblattkäfer verlieren den Halt auf der Pflanze und fallen zu Boden. Allerdings sollten Sie die herabgefallenen Schädlinge zügig aufsammeln, um einem erneuten Befall ihrer Minze vorzubeugen.


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